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Wer auch immer diese Feuer gehütet hat - der Australopithecus oder doch erst ein Hominide der Gattung Mensch - er musste eine ganz besondere Fähigkeit gehabt haben:

Die Fähigkeit, das Feuer zu bewahren.
Wir wissen nicht, wann das erste Lagerfeuer brannte, ob vor 1,4 Millionen Jahren oder einer Million Jahren; wirklich zuverlässige archäologische Fundstellen sind alle jünger als 500.000 Jahre. Doch zu dieser Zeit musste Mensch bereits genügend Erfahrung mit dem Feuer gesammelt haben.

Er hatte gelernt, dass verschieden Materialien unterschiedlich gut brennen, dass das Feuer niemals ausgeht, wenn es ausreichend mit Brennbarem versorgt wird. Der Schritt zur Beherrschung des Feuers dürfte die Entwicklung der Sprache und des Denkens gewaltig gefördert haben.

 

 

 

Bestimmt war es wieder eine Kette von Zufällen, die schliesslich dazu führte, dass vor einigen Hunderttausend Jahren das Kochen erfunden wurde.

Die Tiere, die bei einem Buschbrand umkamen, waren nicht nur ein »gefundenes Fressen«, sondern auch leichter zu kauen und bekömmlicher als rohes Fleisch. Auf keinen Fall war ihr Fleisch verdorben, wie es bei Aas häufig der Fall war.
Gebratenes Fleisch war gutes Fleisch, und so wird sich allmählich auch unsere Vorliebe für gebratenes Fleisch entwickelt haben.

Das Feuer tötete die Keime ab und machte das Fleisch haltbarer, so dass man es noch an den darauf folgenden Tagen essen konnte. Das Feuer erschloss unseren Vorfahren auch neue Nahrungsquellen, denn Blätter und Hülsenfrüchte, die roh ungeniessbar sind, können im gekochten Zustand durchaus gegessen werden. Die Hitze zerstört zähe Pflanzenfasern und Giftstoffe.

Wann genau der Mensch im Stande war, Feuer zu entzünden und mit welcher Methode, weiss man nicht. Zwei Methoden eignen sich zum Feuermachen, allerdings setzen beide einigen Aufwand und viel Geschick voraus.

Zum einen gibt es die Methode der Reibung, von Hand, mit Bogen oder auch der Feuerpflug waren sehr frühe Methoden.

Die Erzeugung des nötigen Zunders erfolgt hier direkt bei der Anwendung, bei anderen Methoden MUSS der Zunder gesondert bereit gestellt und gesucht werden.

Für die andere Methode wird Feuerstein (Silex) gegen das Mineral Markasit (oder auch Pyrit), ein Eisensulfid, geschlagen. Die davonfliegenden Funken werden mit dem Zunderschwamm aufgefangen und mit der Glut das eigentliche Feuer entfacht.

Von der Fähigkeit Feuer zu machen und es zu hüten hing schon bald das Überleben der ganzen Gruppe ab, gerade in kälteren Gebieten. Als Mittelpunkt des Lagers entfaltete das Feuer seinen ganzen Nutzen, es wärmte, gab Licht, hielt Raubtiere fern, und der Rauch wehrte lästige Insekten ab.

Das Feuer macht auch ein Leben kälteren und unwirtlicheren Gegenden erträglicher, wenn nicht gar erst möglich, und verlängerte den Tag. Der Mensch konnte nun auch nach Sonnenuntergang noch arbeiten, spielen, essen oder Riten abhalten.

Der Gebrauch des Feuers eröffnete dem Menschen neue Freiheiten, allerdings begab er sich gleichzeitig in eine starke Abhängigkeit, eine Abhängigkeit, die bis in unsere Zeit andauert.

   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
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